Eigentlich - ich bin mir sicher, es ist kein guter Stil, einen Satz mit "eigentlich" zu beginnen - habe ich dieses Jahr mal wieder Lust, einen Kalender zu erstellen. Ein paar von euch haben sogar schon danach gefragt, was mich selbstverständlich sehr (sehr!) freut. Allgemein finde ich das eine schöne Möglichkeit, mich bei meinen Lesern und Leserinnen zu bedanken und sehe natürlich selber meine Fotos gerne mal in groß an Wänden hängen, auch, da ich mich ja immer noch nicht getraut habe, mal welche ordentlich mit Rahmen und so belichten zu lassen.

Okay, ich schweife ab ...Ihr, als Leser_Innen seid natürlich ein großer Antrieb für diesen Blog auch wenn ich zugegeben öfters zweifel, ob sich der ganze Aufwand überhaupt lohnt. Natürlich bekomme ich von euch hier und da Feedback und weiß durchaus, dass ich eine feste Leserschaft habe, aber viele Zugriffe sind anonym, reine Statistik vielleicht sogar maschinell ...man weiß es nicht :O.

Kurzum: Schreibt doch einfach mal hier im Kommentarbereich, ob ihr einen Kalender toll finden würdet, sagt einfach mal Hallo, oder was auch immer euch so einfällt. Das würde mich sehr freuen :).

Der Kalender an sich soll dieses Mal übrigens größer werden (yay)! A3 quer schwebt mir da vor. Ich bin gerade mal die möglichen Motive durchgegangen und kann schon mal sagen, dass es recht viele Reisebilder werden würden, womit tatsächlich sogar eher die klassische Ästhetik eines Wandkalenders bedient wäre. Aber mal sehen ;).
Angekommen auf der Isle of Skye wurden unsere hoch geschürten Erwartungen erst einmal enttäuscht. Als wir uns morgens in Drumnadrochit am Loch Ness auf den Weg machten, freuten wir uns natürlich sehr auf das selbst erkorene Highlight dieser Reise. Portree, eine der wenigen "größeren" Ortschaften auf Skye, legten wir als vorläufiges Ziel fest und stellten es uns als ein kleines gemütliches Städtchen am Meer vor. Tatsächlich präsentierte es sich dann aber als ziemlich trist und langweilig; das nasskalte und diesige Wetter könnte dabei allerdings auch eine nicht unerhebliche Rolle gespielt haben. Lange Rede kurzer Sinn: Wir verzichteten und fuhren weiter die Küste hoch um uns eine Unterkunft zu suchen. Die Landschaft wird schöner, die Besiedelung (noch) knapper und aus der Landstrasse schließlich ein schmaler Weg, der sich neben Schlaglöchern mit Viehgattern füllt. Alles sehr schön. Nur ein B&B zu finden stellte sich als schwierig heraus. Nicht, dass es keine geben würde, bloß waren die meisten schon ausgebucht. Wir fuhren also geradezu comichaft in der beginnenden Abenddämmerung hin und her, wurden langsam etwas nervös, schließlich aber erlöst und bezogen ein, wie so oft, ziemlich kitschiges Zimmer im B&B einer netten alten Dame. Bei Tee und Plätzchen erledigten wir die "Anmeldung" und klärten Details. "Nein, das Zimmer kann man nicht abschließen. Die Haustür auch nicht, aber ich mache das seit 17 Jahren und da war noch nie etwas. Ach ja, ich fahre gleich zum Zumba, wenn ihr noch raus geht, schließt bitte das Hoftor, damit der Hund nicht abhaut." Willkommen auf Skye :).



Am nächsten Morgen bekamen wir am Frühstückstisch von einem anderen Gast den Tipp, einen kleinen Weg zum Quiraing zu nehmen, der quasi quer durch die Insel führt. Da wir die berühmten Felsformationen eh besichtigen wollten, nahmen wir den Rat natürlich dankend an und machten uns auf den Weg. Es war noch relativ früh, die Sonne schlich gerade so über die Berge und überschwemmte die weiten Heideflächen mit strahlendem Weiß. Ein Traum. Auf dem Schleichweg kamen wir dementsprechend nur schleppend voran, da wir ständig für Fotos anhalten "mussten". Allerdings verleitete die fast unendliche Ruhe, die diese Landschaft ausstrahlt, ohnehin nicht zur Eile. Schließlich erreichten wir einen kleinen Parkplatz, der auch schon recht belebt war. Im Hintergrund präsentierte sich majestätisch Quiraing. Wir bestaunten die unglaubliche Aussicht, liefen ein wenig rum und beschlossen dann, wie so viele andere, dem kleinen Wanderweg zu folgen. In diesen gewaltigen Landschaften sieht ja immer alles erst recht überschaubar aus. Der Schein trügt und die Falle schnappte zu, sodass wir bald feststellen mussten, dass "lass mal schnell da rüber gehen" etwas naiv war. Jetzt waren wir aber schon zu weit gekommen um umzukehren und marschierten tapfer mit unseren Turnschuhen und ohne Verpflegung weiter. Weder die glühende Sonne, noch aufkeimender Durst und Hunger konnten uns stoppen, der Weg war einfach zu schön. Ein schmaler Pfad, teilweise sogar Klettereinlagen. Der Abgrund direkt neben uns. Was für ein Abenteuer! Deutsche Behörden würden hier die Party ihres Lebens in Sachen Sichterheit feiern. Zugegeben gab es schon ein paar Stellen, an denen einem gehörig mulmig wurde. An einem Bergkamm, den es zu erreichen galt, wollte man doch wissen, was dahinter liegt, kehrten wir schließlich um. Vorher genossen wir, dicht an den Fels gedrückt, Schutz suchend vor der kalten, fast schon stürmischen Brise, die hier um die Landspitze zog, den Ausblick auf das Meer und gefühlt die ganze Insel, die sich vor uns ausbreitete.






Am nächsten Tag besuchten wir noch den Old Man of Storr, was ebenfalls sehr zu empfehlen ist. Enttäuschen hingegen fanden wir Kilt Rock, den man quasi nur vom Parkplatz und hinter einem Zaun aus der Ferne betrachten kann. Recht früh brachen wir dann auf, um unser letztes Nachtlager auf Skye zu beziehen: ein Wigwam! Okay, eigentlich sind es keine Wigwams im klassischen Sinn und man weiß nicht genau, wie es zu diesem Namen gekommen ist, aber diese kleinen Ferienhäuser haben es mir sofort angetan, als wir sie zufällig im Internet entdeckten. Wer meinen Hang zum Minimalismus kennt, kann sich vorstellen, dass 30qm kleine Holzhäuschen, die trotzdem vollwertig und recht modern ausgestattet sind, mich zu begeistern wissen. Vor allem, wenn man wörtlich vom Bett aus den Sonnenaufgang über dem Meer beobachten kann.









Kaum in Edinburgh angekommen stehen wir also schon wieder am Flughafen und nehmen unseren Leihwagen in Empfang. Wie erwartet passt unser Gepäck natürlich nicht in den Kofferaum, die Toten auf dem Rücksitz müssen also weichen, da dieser kurzerhand umgeklappt wird. Nicht wie erwartet stellt sich wiederum dieses "Links fahren" als gar nicht so schlimm heraus und schon nach der ersten halben Stunde erwache ich aus meinem, trotzdem vorhandenen, Schockzustand. Inzwischen auf den letzten paar Metern Autobahn sind wir also am Anfang unseres Roadtrips.

Auf der Old Military Road im Cairngorms National Park nimmt es erst langsam Gestalt an, gefühlt nur eine Kurve weiter sind wir auch schon mittendrin und erstmal ziemlich erschlagen von diesem prächtigen Batzen Natur, der sich da präsentiert. Highlands. Trotz der häufigen (Foto-)Pausen, die wir einlegen, erreichen wir schnell Braemar, das irgendwie als Zwischenziel angesetzt wurde. Da es noch recht früh und Braemar außerhalb der Highland Games nicht sonderlich spannend ist, beschließen wir weiter zu fahren. Nächstes Ziel: Meer. Ehe ich mich versehe, befinden wir uns auf dem ersten Singletrack, einer einspurigen, mäßig ausgebauten und wie wir noch feststellen werden sehr beliebten Straßenart, und fahren in der beginnenden Abenddämmerung durch schottisches Hochland, wie es typischer nicht sein könnte. Da steht man auf einem Hügel und betrachtet wie sich der Weg meilenweit erst runter und dann wieder hochschlängelt. So geht das in Wiederholung stundenlang. Wunderschön, keine Frage, langsam strengt das Autofahren aber ganz schön an und ich bin froh, als wir endlich wahllos in Buckie ankommen und ein Hotel finden. Am Meer! Allerdings könnte man sich das romantischer vorstellen, als in einem etwas seltsamen Hotel im Hafengebiet matschige Pommes zu schlürfen, die man im stürmisch-kalten Nieselregen aus dem letzten offenen und nicht unbedingt vertrauenswürdigen Imbiss geholt hat, nachdem die Beifahrerin ein "gut, dass ein Mann dabei ist" mit auf den Weg bekommen hat ;). Hatte eine gewisse Komik.

Am nächsten Morgen geht es auch direkt weiter zum Loch Ness. Großer See, kein Schwimmmonster zu sehen, was machen wir jetzt? Ein Tässchen Tee später steht fest, das wir bleiben und die Plodda Falls sowie ein Hügelgrab in der Nähe besichtigen. Wildnis! Abenteuer! Bären! Oder so ähnlich. Nach - geschätzt - 100 Meilen Schotterpiste mit fiesen Schlaglöchern erreichen wir den Parkplatz, der zu unserem Erstaunen und unserer Freude leer ist. Der weiterführende Wanderweg fühlt sich auch nicht hart nach Tourismus an. Schließlich am Wasserfall angekommen, gab es sogar richtig Nervenkitzel, als ich mit meiner Kamera über glitschige Steine den Fluss überquerte, um ein paar Fotos zu machen. Fein fein, so gefällt das. Aufregend ging es auch weiter, als wir dann dem Trail weiter folgen und sich dieser später gabelt. Mehrmals! Am Parkplatz hätte man sich Übersichtskarten mitnehmen können, die einem zeigen, welcher Weg wann zu nehmen ist, um die verschieden langen Routen zu gehen. Hätte und können... Wir haben es aber vor der Dunkelheit geschafft ;)








Drei Nächte, oder besser gesagt zwei volle Tage in Edinburgh bildeten die Grundlage für unsere Rundreise durch Schottland. Zwei Tage sind sicher nicht viel, vor allem wenn man, wie wir, stets ohne Hast und ausschließlich zu Fuß unterwegs ist. Unser Ausflugsprogramm haben wir trotzdem spontan und ohne vorherige Planung zusammengestellt, was sich im Großen und Ganzen auch bewährt hat.
Edinburgh Castle war natürlich Pflicht und so haben wir das gleich am ersten Tag in Angriff genommen. Da ich mehr oder weniger so etwas wie eine Burgruine erwartet habe (shame on me), konnte der tatsächlich riesige Komplex mit den unzähligen Ausstellungen, Museen... schon sehr begeistern; besonders der detailliert inszinierte Gefängniskomplex und das beeindruckende Kriegsdenkmal.
Am nächsten Tag besuchten wir den Royal Botanic Garden, der uns direkt mit einer unerwarteten Fotoausstellung empfangen hat :). Nicht, dass ich mich groß für Pflanzen interessieren würde, aber die Zeit im botanischen Garten war richtig schön und laut Zeugenaussagen bin ich wie ein kleiner Junge mit meiner Kamera hin und her gelaufen :D. Die riesigen "Gewächshäuser" mit den verschiedenen Klimazonen und  Themengebieten sind aber auch wirklich sehr gut umgesetzt und abwechslungsreich gestaltet.
Spontan sind wir dann noch auf den Calton Hill gewandert, den wir von der Burg aus "entdeckt" haben. Dank eines Regenschauers und des daraus resultierenden, wahnsinnig genialen Lichts, konnte ich hier eins meiner Lieblingsbilder aufnehmen.
Nebenbei haben wir, durch unsere Fußmärsche, viel von der Stadt an sich gesehen, gut gegessen und natürlich auch das ein oder andere Pub besucht :). Die Zeit verging so recht zügig und ich musste mich am Tag der Abreise - oder eher Weiterreise -  der Aufgabe stellen, aktiv am Straßenverkehr teilzunehmen. Doch dazu demnächst mehr.









Wenn ihr das lest, irre ich wahrscheinlich gerade irgendwo in Schottland rum und versuche mich an Landschaftsfotografie. Damit euch derweil nicht langweilig wird *hüstel*, habe ich im Vorfeld ein wenig Material zusammengesucht... Oder so ähnlich. Fakt ist aber, dass ich nahezu täglich wunderbare Artikel lese und großartige Bilder oder Videos rund um die Fotografie sehe. Einerseits gute Unterhaltung, andererseits natürlich auch eine große Inspiration oder schlichtweg Wissen, das ich mir so aneigne.
Wie es sich gehört, werde ich das jetzt einfach regelmäßig mit euch teilen.


Please tell me my photos suck - Erik Kim über Kritik. Teils sehr humorvoll, insgesamt sehr wahr und wichtig.

Pejac - Es muss nicht immer Fotografie sein. Vor allem, wenn Streetart so gut ist!

Stilpirat trifft Ripke - Schönes "Interview". Die Bildbesprechung ist ziemlich witzig.


Analoge Fotografie analog im Großformat entwickelt. Kann man schon als Schwerstarbeit einstufen :)

Isaac Cordal - Streetart, Fotografie, Aussage... Alles in einem und das auch noch genial!
Zugegeben, der Titel klingt schlimmer, als es in Wirklichkeit ist. Für einen entspannten Besuch, wie wir ihn hatten, sind ein paar grundlegende Vorsichtsmaßnahmen aber durchaus hilfreich.
Wer nicht gerne zertrampelt wird, sollte sich zum Beispiel auf der Karlova nur sehr vorsichtig bewegen. Oft kommt es vor, dass da ganze Touristenherden durchgetrieben werden. Die Alten und Schwachen hilf- und atemlos hinterher humpelnd. True Story!  Dabei reicht es, nur eine Seitenstraße weiter zu gehen: Man spart sich lieblose Lokale, geschätzt 12000 Souvenirshops (die alle der Meinung sind, die grässlichste und lauteste Musik ziehe die meisten Kunden an) und entdeckt auch noch das ein oder andere Schätzchen, wie eine kleine Blueskneipe, in deren Kellergewölbe wir unseren letzten Abend mit Livemusik ausklingen lassen konnten.
Weiterhin ist es ziemlich verrückt, die Karlsbrücke am Nachmittag zu betreten. Dieses Schauspiel konnten wir von der Brücke nebenan beobachten, wobei man nicht umhin kommt, die Baumeister, die dieses scheinbar unzerstörbare Werk geschaffen haben, zutiefst zu bewundern.
Instinktiv - okay, womöglich zufällig - haben wir auch bei dem Ausflug zum Burgviertel alles richtig gemacht. Da wir erst gegen Abend dort waren, konnten wir uns den Eintritt zum goldenen Gässchen sparen, der wegen den Besuchermassen vorher verlangt wird. Ruhiger war es zudem natürlich auch.

Okay, genug der Schwafelei ;). Hier meine Highlights in unsortierter Kurzfassung:
  • Alter jüdischer Friedhof (hat mir am besten gefallen)
  • Burgviertel (das goldene Gässchen fand ich interessanter, als ich erst dachte. Außerdem ist der Ausblick genial)
  • Wallenstein Garten (zufällig am Weg zur Burg gefunden. Ziemlich abgefahrene Wand aus künstlichen Tropfsteinen)
  • Karlsbrücke (tatsächlich, ja! ;))
  • Leica Gallery (hatten gerade eine wunderbare Ausstellung von Felix Lupa)
  • Sich treiben lassen (Wie immer ;))
Vegetariern und allen, die nicht zwingend bei jeder Mahlzeit Fleisch brauchen, möchte ich gerne das Maitrea ans Herz legen. Sehr sehr lecker! Wenn es schnell, günstig und trotzdem gut sein soll, ist das Country Life, eine Art öffentliche Kantine, die erste Wahl.