Kaum in Edinburgh angekommen stehen wir also schon wieder am Flughafen und nehmen unseren Leihwagen in Empfang. Wie erwartet passt unser Gepäck natürlich nicht in den Kofferaum, die Toten auf dem Rücksitz müssen also weichen, da dieser kurzerhand umgeklappt wird. Nicht wie erwartet stellt sich wiederum dieses "Links fahren" als gar nicht so schlimm heraus und schon nach der ersten halben Stunde erwache ich aus meinem, trotzdem vorhandenen, Schockzustand. Inzwischen auf den letzten paar Metern Autobahn sind wir also am Anfang unseres Roadtrips.

Auf der Old Military Road im Cairngorms National Park nimmt es erst langsam Gestalt an, gefühlt nur eine Kurve weiter sind wir auch schon mittendrin und erstmal ziemlich erschlagen von diesem prächtigen Batzen Natur, der sich da präsentiert. Highlands. Trotz der häufigen (Foto-)Pausen, die wir einlegen, erreichen wir schnell Braemar, das irgendwie als Zwischenziel angesetzt wurde. Da es noch recht früh und Braemar außerhalb der Highland Games nicht sonderlich spannend ist, beschließen wir weiter zu fahren. Nächstes Ziel: Meer. Ehe ich mich versehe, befinden wir uns auf dem ersten Singletrack, einer einspurigen, mäßig ausgebauten und wie wir noch feststellen werden sehr beliebten Straßenart, und fahren in der beginnenden Abenddämmerung durch schottisches Hochland, wie es typischer nicht sein könnte. Da steht man auf einem Hügel und betrachtet wie sich der Weg meilenweit erst runter und dann wieder hochschlängelt. So geht das in Wiederholung stundenlang. Wunderschön, keine Frage, langsam strengt das Autofahren aber ganz schön an und ich bin froh, als wir endlich wahllos in Buckie ankommen und ein Hotel finden. Am Meer! Allerdings könnte man sich das romantischer vorstellen, als in einem etwas seltsamen Hotel im Hafengebiet matschige Pommes zu schlürfen, die man im stürmisch-kalten Nieselregen aus dem letzten offenen und nicht unbedingt vertrauenswürdigen Imbiss geholt hat, nachdem die Beifahrerin ein "gut, dass ein Mann dabei ist" mit auf den Weg bekommen hat ;). Hatte eine gewisse Komik.

Am nächsten Morgen geht es auch direkt weiter zum Loch Ness. Großer See, kein Schwimmmonster zu sehen, was machen wir jetzt? Ein Tässchen Tee später steht fest, das wir bleiben und die Plodda Falls sowie ein Hügelgrab in der Nähe besichtigen. Wildnis! Abenteuer! Bären! Oder so ähnlich. Nach - geschätzt - 100 Meilen Schotterpiste mit fiesen Schlaglöchern erreichen wir den Parkplatz, der zu unserem Erstaunen und unserer Freude leer ist. Der weiterführende Wanderweg fühlt sich auch nicht hart nach Tourismus an. Schließlich am Wasserfall angekommen, gab es sogar richtig Nervenkitzel, als ich mit meiner Kamera über glitschige Steine den Fluss überquerte, um ein paar Fotos zu machen. Fein fein, so gefällt das. Aufregend ging es auch weiter, als wir dann dem Trail weiter folgen und sich dieser später gabelt. Mehrmals! Am Parkplatz hätte man sich Übersichtskarten mitnehmen können, die einem zeigen, welcher Weg wann zu nehmen ist, um die verschieden langen Routen zu gehen. Hätte und können... Wir haben es aber vor der Dunkelheit geschafft ;)








Drei Nächte, oder besser gesagt zwei volle Tage in Edinburgh bildeten die Grundlage für unsere Rundreise durch Schottland. Zwei Tage sind sicher nicht viel, vor allem wenn man, wie wir, stets ohne Hast und ausschließlich zu Fuß unterwegs ist. Unser Ausflugsprogramm haben wir trotzdem spontan und ohne vorherige Planung zusammengestellt, was sich im Großen und Ganzen auch bewährt hat.
Edinburgh Castle war natürlich Pflicht und so haben wir das gleich am ersten Tag in Angriff genommen. Da ich mehr oder weniger so etwas wie eine Burgruine erwartet habe (shame on me), konnte der tatsächlich riesige Komplex mit den unzähligen Ausstellungen, Museen... schon sehr begeistern; besonders der detailliert inszinierte Gefängniskomplex und das beeindruckende Kriegsdenkmal.
Am nächsten Tag besuchten wir den Royal Botanic Garden, der uns direkt mit einer unerwarteten Fotoausstellung empfangen hat :). Nicht, dass ich mich groß für Pflanzen interessieren würde, aber die Zeit im botanischen Garten war richtig schön und laut Zeugenaussagen bin ich wie ein kleiner Junge mit meiner Kamera hin und her gelaufen :D. Die riesigen "Gewächshäuser" mit den verschiedenen Klimazonen und  Themengebieten sind aber auch wirklich sehr gut umgesetzt und abwechslungsreich gestaltet.
Spontan sind wir dann noch auf den Calton Hill gewandert, den wir von der Burg aus "entdeckt" haben. Dank eines Regenschauers und des daraus resultierenden, wahnsinnig genialen Lichts, konnte ich hier eins meiner Lieblingsbilder aufnehmen.
Nebenbei haben wir, durch unsere Fußmärsche, viel von der Stadt an sich gesehen, gut gegessen und natürlich auch das ein oder andere Pub besucht :). Die Zeit verging so recht zügig und ich musste mich am Tag der Abreise - oder eher Weiterreise -  der Aufgabe stellen, aktiv am Straßenverkehr teilzunehmen. Doch dazu demnächst mehr.









Wenn ihr das lest, irre ich wahrscheinlich gerade irgendwo in Schottland rum und versuche mich an Landschaftsfotografie. Damit euch derweil nicht langweilig wird *hüstel*, habe ich im Vorfeld ein wenig Material zusammengesucht... Oder so ähnlich. Fakt ist aber, dass ich nahezu täglich wunderbare Artikel lese und großartige Bilder oder Videos rund um die Fotografie sehe. Einerseits gute Unterhaltung, andererseits natürlich auch eine große Inspiration oder schlichtweg Wissen, das ich mir so aneigne.
Wie es sich gehört, werde ich das jetzt einfach regelmäßig mit euch teilen.


Please tell me my photos suck - Erik Kim über Kritik. Teils sehr humorvoll, insgesamt sehr wahr und wichtig.

Pejac - Es muss nicht immer Fotografie sein. Vor allem, wenn Streetart so gut ist!

Stilpirat trifft Ripke - Schönes "Interview". Die Bildbesprechung ist ziemlich witzig.


Analoge Fotografie analog im Großformat entwickelt. Kann man schon als Schwerstarbeit einstufen :)

Isaac Cordal - Streetart, Fotografie, Aussage... Alles in einem und das auch noch genial!
Zugegeben, der Titel klingt schlimmer, als es in Wirklichkeit ist. Für einen entspannten Besuch, wie wir ihn hatten, sind ein paar grundlegende Vorsichtsmaßnahmen aber durchaus hilfreich.
Wer nicht gerne zertrampelt wird, sollte sich zum Beispiel auf der Karlova nur sehr vorsichtig bewegen. Oft kommt es vor, dass da ganze Touristenherden durchgetrieben werden. Die Alten und Schwachen hilf- und atemlos hinterher humpelnd. True Story!  Dabei reicht es, nur eine Seitenstraße weiter zu gehen: Man spart sich lieblose Lokale, geschätzt 12000 Souvenirshops (die alle der Meinung sind, die grässlichste und lauteste Musik ziehe die meisten Kunden an) und entdeckt auch noch das ein oder andere Schätzchen, wie eine kleine Blueskneipe, in deren Kellergewölbe wir unseren letzten Abend mit Livemusik ausklingen lassen konnten.
Weiterhin ist es ziemlich verrückt, die Karlsbrücke am Nachmittag zu betreten. Dieses Schauspiel konnten wir von der Brücke nebenan beobachten, wobei man nicht umhin kommt, die Baumeister, die dieses scheinbar unzerstörbare Werk geschaffen haben, zutiefst zu bewundern.
Instinktiv - okay, womöglich zufällig - haben wir auch bei dem Ausflug zum Burgviertel alles richtig gemacht. Da wir erst gegen Abend dort waren, konnten wir uns den Eintritt zum goldenen Gässchen sparen, der wegen den Besuchermassen vorher verlangt wird. Ruhiger war es zudem natürlich auch.

Okay, genug der Schwafelei ;). Hier meine Highlights in unsortierter Kurzfassung:
  • Alter jüdischer Friedhof (hat mir am besten gefallen)
  • Burgviertel (das goldene Gässchen fand ich interessanter, als ich erst dachte. Außerdem ist der Ausblick genial)
  • Wallenstein Garten (zufällig am Weg zur Burg gefunden. Ziemlich abgefahrene Wand aus künstlichen Tropfsteinen)
  • Karlsbrücke (tatsächlich, ja! ;))
  • Leica Gallery (hatten gerade eine wunderbare Ausstellung von Felix Lupa)
  • Sich treiben lassen (Wie immer ;))
Vegetariern und allen, die nicht zwingend bei jeder Mahlzeit Fleisch brauchen, möchte ich gerne das Maitrea ans Herz legen. Sehr sehr lecker! Wenn es schnell, günstig und trotzdem gut sein soll, ist das Country Life, eine Art öffentliche Kantine, die erste Wahl.





















Ich kann mich immer noch nicht so recht zwischen Darktable und Lightzone entscheiden. Sich in zwei Programme gleichzeitig einzuarbeiten frisst ganz schön viel Zeit und ist zugegeben auch recht anstrengend. Zumindest in meinen Augen ist es immerhin eine lohnenswerte Arbeit :).






Mein letzter Post ist schon wieder viel zu lange her und man könnte meinen, ich wäre dem Sommer erlegen. Dem ist allerdings bei Weitem nicht so :). Vielmehr habe ich mich in letzter Zeit damit befasst, wie ich meine Bilder an die Wand bringe, sprich sie drucken lasse. Das Ganze ist dann ziemlich ausgeartet und so geriet ich von Softproof über Farbprofile und Monitorkalibrierung in eine Spirale des Wahnsinns.
Der Bildschirm meines derzeitigen All-In-One-PCs erschien mir nicht sehr vertrauenswürdig und so "musste" ich mir einen neuen PC, vor allem aber einen neuen Monitor (Dell U2713HM) anschaffen. Sehr ungewohnt übrigens, wenn dieser die teuerste Komponente des Systems ist. Da mir das neue Abo-Modell von Adobe nicht besonders gefällt (genau genommen kann ich mich da ausführlich drüber aufregen) und weil ich es eh schon länger in Betracht gezogen habe, wechselte ich bei der Gelegenheit von Windows zu Linux und bin aktuell auf der Suche nach einer Alternative für Lightroom. Vielversprechende Kandidaten sind gerade Darktable und Lightzone.
Unter dem Mantel des Schweigens ackere ich also ganz schön vor mich hin. Natürlich ziehe ich trotzdem immer mal wieder mit der Kamera um die Häuser ;).






Ein Bekannter meinte letztens, dass seine Kamera leider am Anfang der Saison kaputt gegangen ist. Mir schoss sofort die Frage in den Kopf, was an Fotografie saisonal sein soll, musste mir dann allerdings eingestehen, dass ich mich selber auch nur bei schönem Wetter raus wage. Diesen Fehler habe ich bei dem aktuellen Regenwetter umgehend behoben ;).



Diesmal ging der Fotowalk Richtung Hafen, wo ich mit die ersten Fotos aufgenommen habe, nachdem ich damals beschlossen hatte, bewusst zu fotografieren. Ich wollte mal gucken, wie ich diese Motive heute wahrnehme und wie sich seitdem meine Bildsprache entwickelt hat. Auf dem Weg dorthin ließ ich mich dann allerdings von neuen Motiven ablenken und streunte lieber auf schlammigen Baustellen rum. Alles gut! :)